Die Kunst der Farbe: Einblicke in das Werk von Schmincke
Wir wurden von unserem Partner Schmincke zu einer spannenden Werksführung eingeladen, um hinter die Kulissen der Farbproduktion zu schauen! Schon beim Ankommen war klar: Dieser Tag wird besonders. Wir wurden bei Schmincke von Susanne Goch und Christiane Möller so herzlich empfangen, dass wir uns sofort willkommen fühlten.
Bei Kaffee und leckerem Weihnachtsgebäck erkundeten wir zunächst das kleine, liebevoll gestaltete Museum des Hauses. Zwischen historischen Produkten, alten Broschüren und spannenden Einblicken in die Unternehmensgeschichte begegneten wir auch einem ganz besonderen Schmincke-Symbol, der Eule.
Nach vielen schönen Gesprächen hieß es dann: Auf zur Werksführung!
Fässer voller Pigmente!
Unser erster Halt führte uns in ein Lager, das uns staunen ließ: unzählige Fässer, gefüllt mit über 250 verschiedenen Pigmenten. Hier wird schnell klar, was Schmincke-Qualität ausmacht.
Möglichst reine, brillante Farben: Rund 80 % der Farbtöne bestehen aus nur ein oder zwei Pigmenten. Jeder Farbton hat eine eigene, streng geheime Rezeptur, die exakt dokumentiert und regelmäßig überprüft wird. Denn Farbe ist bei Schmincke kein Zufall, sondern Präzision.
Wo Ölfarbe entsteht: Mit Bottich und Dissolver
Im Ölbereich wurde es besonders eindrucksvoll. In einem Raum voller verschiedenster Öle, darunter Leinöl, Sonnenblumenöl, Walnussöl und viele mehr, stand ein Gerät, das aussah wie ein überdimensionierter Thermomix: Hier werden bestimmte Rohstoffe bei einer spezifischen Temperatur erwärmt und beispielsweise zu Stearat verarbeitet.
Bei Ölfarben zählt jedes Detail: Konsistenz, Farbgleichheit und vor allem ein gleichmäßiges Trocknungsverhalten auf der Leinwand. Die fein geriebenen Pigmente kommen erst in den Bottich, zusammen mit dem Öl und den anderen Bestandteilen.
Nach dem Vormischen im Dissolver wird die Farbe drei- bis viermal auf Edelstahl-Dreiwalzenstühlen gewalzt. Eine Walzung dauert dabei mehrere Stunden. Wir durften einer Mitarbeiterin dabei zusehen, wie sie die Norma Professional-Ölfarbe walzte.
Faszinierend zu beobachten, wie aus viele unterschiedlichen Rohstoffen eine samtige, homogene und ganz feine Farbe entsteht!
Farbe zum Anfassen!
Besonders beeindruckend im Produktionsbereich waren die riesigen Bottiche mit mehreren hundert Kilo fertiger Farbe. Unter einer schützenden Folie durften wir die Konsistenz mit der Hand fühlen: weich und dicht, fast wie eine Wolke oder ein Wasserbett.
Mit dem Inhalt der Bottiche werden anschließend die Farbtuben befüllt. Hier hat uns echt überrascht, dass die Tuben von der hinteren Seite gefüllt werden. Dabei werden die Tuben ohne Etikett erst eingeschoben, dann etikettiert, bevor die Tuben verschlossen und bei den Sets händisch in die Verpackungen gelegt werden.
Mit Fingerspitzengefühl und Geduld: Aquarell und Pastell
Ob Pastelle, Tuben oder Aquarellnäpfchen: Handarbeit spielt bei Schmincke eine zentrale Rolle. Die besonders weichen Pastelle bestehen fast ausschließlich aus Pigmenten und nur minimalem Bindemittel.
Die Pastelle von Schmincke sind keine harten Pastellkreiden. Jedes einzelne Pastell erhält liebevoll per Hand ein Etikett, weil sie in der Maschine brechen würden.
Auch die Aquarellnäpfchen werden händisch in die Aquarellkästen gelegt. Die Näpfchen werden gleich vier mal befüllt. Nach jeder Befüllung und der anschließenden Trocknung bleiben nur noch das Pigment und das Bindemittel.
Zwischen jeder Befüllung liegen drei bis vier Wochen Zeit für das Trocknen. Die Herstellung eines kleinen halben Näpfchens dauert somit rund vier Monate!
Zeit als Qualitätsmerkmal
Am Ende wurde uns klar: Gute Farbe braucht Zeit! Ölfarben ruhen nach dem Walzen bis zu sieben Monate, bevor sie abgefüllt werden. Erst wenn überschüssiges Öl entfernt ist, sind sie fertig. Diese Geduld ist Teil der Schmincke-DNA und ein Qualitätsversprechen an alle, die mit den Farben von Schmincke arbeiten.






