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    Welcher Pinsel ist der Richtige?

    Gelingt Ihr Bild nicht so wie gedacht? Das kann an den verwendeten Pinseln liegen, deren Qualität und Form entscheidend für ein gelungenes Malergebnis sind. In unserer kleinen Künstler-Malpinselkunde zeigen wir Ihnen, worauf es ankommt und geben Ihnen jede Menge wichtige Profi-Tipps.
    Für diesen Artikel bedanken wir uns bei der Zeitschrift KREATIVATELIER und bei .

    Foto: Da Vinci

    Ein haariger Typ

    Der Malpinsel ist das wichtigste Werkzeug, mit dem Farbe aufgetragen wird. Er besteht aus einem Holzstiel, den Haaren, Borsten oder auch Synthetikfasern (Pinselkopf) und einer Metallhülse (Zwinge), mit deren Hilfe die Haare oder Borsten mit dem Stiel verbunden sind. Je nachdem, ob die Zwinge rund oder flach verarbeitet wird, ist der Pinselkopf ebenfalls rund oder flach.

    Foto: Da Vinci

    Borsten oder Haare?

    Unter den Naturhaarpinseln besitzen Rotmarderhaare die höchste Qualität und sind daher auch am teuersten. Das Rotmarderhaar ist kräftig , trotzdem sehr geschmeidig und zeichnet sich durch eine unerwartete Elastizität aus. Der Haarkörper nimmt viel Farbe und Feuchtigkeit auf, hat große Spannkraft und behält immer seine Spitze. Bei pastoseren Farben, besonders bei der Ölmalerei, greift man gerne zu Rindsohrhaarpinsel. Das Material des Rindsohrhaarpinsel ist von kräftiger Beschaffenheit und hat ein gutes Aufnahmevermögen. Zu den Naturhaarpinseln gehören auch Pinsel aus Fehhaar, das äußerst fein und elastisch ist und bevorzugt als Verwaschpinsel verwendet wird. Das kräftigere Iltishaar zählt wegen seines weicheren Charakters ebenfalls zur Grundausstattung, bei der Aquarellmalerei und besonders der Ölmalerei. Iltishaarpinsel sind vor allen Dingen dann gefragt, wenn man weniger Struktur beim Malen wünscht.

    Borstpinsel (Borstpinsel nicht Borstenpinsel) sind aus Schweineborsten gefertigt. Alle übrigen Besteckungsmaterialien tierischer Herkunft werden als „Fein-Haare“ bezeichnet. Die Borste ist viel kräftiger, härter, dicker und steifer als Naturhaar. Hochwertige Qualitäten bilden in der Spitze sogenannten Fahnen aus, d. h. die Borste spleist sich in mehreren auslaufenden Enden auf, ideal für den pastosen Farbauftrag und für „robuste“ Maltechniken in der Acryl- und Ölmalerei. Dies führt zu einer gleichmäßigen Verteilung des Farbauftrags bei hohem Aufnahmevermögen. Trotzdem sind Borstpinsel hochelastisch und bieten Druck und anderen Belastungen großen Widerstand ohne zu brechen.

    Synthetikfaserpinsel werden bei Künstler immer beliebter, da sie preiswert und vielseitig einsetzbar sind. Auch hier ist die Qualität entscheidend. Vorzüge sind hier zum Beispiel die Elastizität und das Wiederaufrichtungsvermögen der Fasern, sowie die längere Lebensdauer bei niedrigerem Peis. Kombinationen von hochwertigen Synthetikfasern mit Naturhaaren, wie beim Aquarellpinsel Cosmotop-Mix von da Vinci, verbinden die Vorteile beider Arten in hervorragender Weise miteinander.

    Borsten- oder Haarpinsel, Foto: Da Vinci

    Gepflegt im Einsatz

    Damit Ihr Pinsel stets top in Form bleibt, sollten Sie folgende Dinge beachten:

    • Wasserlösliche Farben mit Wasser aus dem Pinsel waschen. Acrylfarbe ist angetrocknet nur noch mit Spezialreinigern, wenn überhaupt, aus dem Pinsel zu entfernen.
    • Nach der gründlichen Reinigung die Haare, Borsten oder Synthetikfasern mit einer rückfettenden, aus pfl anzlichen Ölen hergestellten Seife (Kernseife) gründlich reinigen, bis die Seife schäumt. Keinesfalls entfettende Seifen verwenden!
    • Ölfarben erst gründlich mit einem Lappen vom Pinsel streifen, dann Haare oder Borsten mit Kernseife und warmen Wasser reinigen, bis die Seife weiß schäumt.
    • Die Pinsel anschließend mit einem feinen Lappen ausreiben und in die „Urform“ bringen („dressieren“).
    • Pinsel vor der Verwendung nach unten hängend gut trocknen lassen

    Pinsel, die nicht sorgfältig gereinigt werden, zeigen schon nach kurzem Gebrauch Schäden: die Pinselhaare spreizen sich und die Haare oder Borsten brechen am Zwingenrand.

    Pinselserie Foto: Da Vinci

    Wissenswertes auf einen Blick

    Hochwertige Borstpinsel sind auf Schluss präperiert: zwei gleichstarke, gekrümmte Borstenbündel sind gegeneinander gearbeitet, wodurch sie auch nach intensivem Gebrauch lange ihre Form behalten.

    Pinselstiele sind meist aus Naturholz, rohe Stiele werden oft bei preisgünstigen Serien verwendet. Bei Stielen mit Lacküberzug unterscheidet man den lackierten Stil (Grundierung und eine Lackschicht) vom polierten Stil (Grundierung und mehrere Lackschichten). Inzwischen gibt es auch ergonomisch geformte moderne Pinselstiele, zum Beispiel den Esagonstiel, eine Entwicklung der Nürnberger Künstlerpinselspezialisten da Vinci, bei dem noch heute alle Pinsel in Nürnberg, und zum größten Teil von Hand gefertigt werden. Der von da Vinci entwickelte Esagonstiel hat an seiner dicksten Stelle je nach Größe drei bis sechs kaum wahrnehmbare Abflachungen, die eine Ermüdung der Hand bei längerem Malen verhindern und vor allen Dingen rollt der Pinsel nicht weg, wodurch Verschmutzungen vermieden werden können.

    Leider gibt es bislang weltweit keine einheitlichen Pinselgrößen. Die unterschiedlichen Pinselnummerierungen führen daher immer wieder zu Fehlbewertungen beim Pinselkauf, besonders bei den teuren Rotmarderpinseln. Achten Sie deshalb auf die sichtbare Haar- oder Borstenlänge und den Zwingendurchmesser des Pinsels, wenn Sie die Produkte vergleichen.

    Welcher Pinsel ist der Richtige? Foto: Da Vinci

    Jeder nach seiner Façon

    Die Pinselhaare oder -borsten sind, je nach gewünschter Eigenschaft, auf unterschiedliche Weise angeordnet und bekommen so ihre typische Form. Man bezeichnet die Form der Pinselhaare oder -borsten auch als Façon, die neben der Qualität entscheidend ist für den Pinselstrich. Die wichtigsten Malpinselformen sind:

    1. Spitz und rund gebunden

    Die Façon des Pinsels verläuft wie ein „V“, die klassische Pinselform, besonders zum Malen feiner, „spitzer“ Details und zum zeichnenden, linearen Malen geeignet.

    2. Gerade und flach gebunden

    Hier ist der Pinsel oben gerade, was besonders das Malen von flächigen Motiven erleichtert.

    3. Breite flache Pinsel

    In die Gruppe der gerade und flach gebundenen Pinsel gehören auch breite Pinsel zum Grundieren, Lasieren oder zum Auftragen von Firnis (Flächenstreicher).

    4. Schräg und flach

    Dieser Pinseltyp ist wie Beispiel 2 flach und gerade gebunden, die Abschlusskante des Pinselkopfs ist jedoch schräg. Diese Façon erleichtert das Malen von kreisförmigen Flächen.

    5. Katzenzungenpinsel

    Der flach gebundene Pinselkopf hat die Form einer Katzenzunge. Er verbindet die Vorzüge eines flachen und runden Pinsels, ist zum Malen von Flächen und Rundungen optimal.

    6. Fächerpinsel

    Dieser äußerst dekorative Pinsel ist flach und gefächert gebunden, für spezielle Zwecke, zum Beispiel zum Gestalten von Gräsern, Baum- und Buschstrukturen.

    Pinsel für die Acrylmalerei

    Acrylfarben werden sowohl flüssig wie auch pastos, bis hin zur Spachteltechnik verarbeitet. So vielfältig wie die Acrylmalerei ist, so vielfältig sind also auch die Anforderungen an einen Acrylmalpinsel.

    Der Top-Acryl-Pinsel von da Vinci (siehe Abb.) ist ein hochwertiger echter Allrounder, aus außerordentlich beanspruchbaren, rotbraunen Synthetikfasern und speziell für das Malen mit pastosen Farben gefertigt. Die Top-Acryl-Pinsel sind auf Schluss präpariert. Der lange anthrazitfarbene Esagonalstiele des Pinsels liegt leicht in der Hand und der Pinsel läßt sich bequem führen.

    Für das flüssige Malen mit Acrylfarben eignet sich zum Beispiel auch der Nova-Ölmalpinsel, der dank extrafeiner Synthetikfasern über eine außerordentliche Geschmeidigkeit verfügt. Beim Arbeiten auf rauen Malgründen übertrifft die Lebensdauer dieser Pinsel die von Naturhaaren bei weitem.

    Äußerst robust sind Borstpinsel wie der Maestro-Borst-Schlusskünstlerpinsel. Die flache Version ist in vier verschiedenen Borstenlängen erhältlich. Eine Innovation unter den Schlusskünstlerpinseln ist der Maestro2, der über einen tief in der Zwinge sitzenden Borstenkörper mit „implantierten Schluss“ verfügt, so dass der Pinsel eine hohe Elastizität, Federkraft und Lebensdauer besitzt.

    Pinsel für die Acrylmalerei, Foto: Da Vinci

    Pinsel für die Ölmalerei

    Für Malereien mit Lasuren, in zarten Farbschichten, eignen sich Rotmarder- oder Iltis-Pinsel am besten, vor allem zum Ziehen von Linien und Zeichnen winziger Details. Rotmarder-Ölmalpinsel besitzen eine geschmeidige Elastizität, mit der Farben dünn vertrieben und feinste Nuancen im Farbton und in der Struktur erzielt werden. Pinsel aus Tobolsky-Kolinsky-Rotmarderhaaren sind die edelsten der Welt. Das Schweifhaar des Tobolsky-Kolinsky-Marders wird besonders wegen seiner Elastizität, verbunden mit einer extrem feinen Haarspitze geschätzt. Iltis-Ölmalpinsel verfügen ebenfalls über eine feine Haarspitze und ihre Elastizität ist kräftig.

    Rindshaarpinsel für die Öl- und Temperamalerei sind ebenfalls kräftig im Haar. Wird für pastoses Malen ein Pinsel gesucht, ist der Rindshaarpinsel der ideale Haarpinsel für Künstler und Hobbymaler.

    Traditionell gehören Schweinsborstenpinsel ebenfalls zur Grundausrüstung. Der Schweinsborstenpinsel fasst viel Farbe, hält Reibungen und pastose Malereien aus. Der Maestro Borstkünstlerpinsel von da Vinci ist auf Schluss gearbeitet, wodurch er auch bei starker Beanspruchung in Form bleibt.

    Die Nova-Ölmalpinsel von da Vinci bestehen aus extrafeinen Synthetikhaaren, sind sehr geschmeidig und bei Arbeiten auf rauen Maluntergründen länger haltbar als Pinsel mit Naturhaaren.

    Pinsel für die Ölmalerei Foto: Da Vinci

    Pinsel für die Aquarellmalerei

    Für die Aquarellmalerei verwendet man Pinsel mit weichem Haarkörper natürlichen oder synthetischen Ursprungs. Zu diesen Pinseln zählen Rotmarder-, Rindsohr- und Fehhaarpinsel. Der Haarkörper von hochwertigen Naturhaarpinseln nimmt viel Feuchtigkeit auf, hat eine große Spannkraft und behält immer seine Spitze. Wie bei der Ölmalerei zählen RotmarderPinsel, wie der Maestro Tobolsky-Kolinsky Rotmarder- und der Kolinsky-Rotmarder, zu den hochwertigsten Exemplaren mit kräftiger Spitze und üppigem Haarkörper.

    Die meist ziemlich harten Borstpinsel sind für die Aquarellmalerei nicht geeignet. Qualitativ hochwertig und preislich erschwinglich sind die beliebten Aquarellpinsel Nova-Synthetics von da Vinci, die aus reinen Fasermischungen unterschiedlicher Stärken und Längen bestehen. Extra feine, geschmeidige Synthetikfasermischungen bietet der Spin-Synthetiks Cosmotop-Spin von da Vinci, auch für die Seidenmalerei einsetzbar.

    Aquarellpinsel Foto: Da Vinci
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