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    Die Kamera ist tot. Es lebe das Foto!

    Die Fotowelt verändert sich. Und wie bei jeder Veränderung gibt es Gewinner und Verlierer.  – Ein Gastbeitrag von Sebastian Gruetz

    Kameraindustrie im Abwärtstrend

    Der Kameramarkt ist in der Krise: Seit Jahren werden weltweit immer weniger Digitalkameras verkauft. Besonders betroffen von den roten Zahlen ist die Spiegelreflexkamera: Von 2018 auf 2019 fielen die Verkäufe um 32%, die Umsätze sogar um 41%. Die einzige Kameragattung, die noch recht gut davonkommt, ist die momentan gehypte Systemkamera, die sogar ein paar grüne Zahlen machen kann. Trotzdem ist das Bild insgesamt mehr als besorgniserregend, besonders für den japanischen Kameramarkt.

    Systemkamera und Handy, der Kameramarkt verändert sich. Foto: Luke Porter/Unsplash.

    Berufsfotografen bekommen Konkurrenz

    Schon 2003 erlebte die Kamerawelt eine entscheidende Veränderung: Brauchte man bis dahin zur Ausübung des Fotografenberufs zwingend eine Ausbildung mit Meisterbrief, ist die Berufsbezeichnung des Fotografen heute nicht mehr geschützt. Jeder kann sich einen Fotografen nennen und sein Geld mit der Fotografie verdienen, egal welche Ausbildung er besitzt. Das hat zu einem harten Wettbewerb zwischen Berufsfotografen und Semiprofis geführt. Während es 2012 etwa 20.000 (Berufs-)Fotografen in Deutschland gab, waren es 2018 schon mindestens 26.500. Verschärft wird diese Entwicklung dadurch, dass es für die Bedienung professioneller Ausrüstung kaum noch handwerkliche Spezialkenntnisse braucht und die Ausrüstung auch immer günstiger in der Anschaffung wird. Ein technisch perfektes Foto kann von fast jedem nach kürzester Zeit aufgenommen werden.

    Der Berufsstatus des Fotografen hat sich mit dem Fortschreiten der Technik verändert. Foto: Library of Congress/Unsplash.

    Gute Fotos immer wichtiger

    Eine weitere Entwicklung der modernen Zeit ist die Allgegenwärtigkeit von Fotos. Sie sind überall und werden spätestens seit Erfindung der Handykameras und der sozialen Medien auch von jedem gemacht und öffentlich geteilt. Jeden Tag werden weit über 2.000.000.000 Fotos geschossen, bearbeitet und ins Netz hochgeladen. Wer sich hier mit guten Fotos durchsetzen will, braucht heute viel mehr als bloß eine teuere Kamera!

    Ohne Apps geht gar nichts. Aber welche?

    Unverzichtbar in der neuen Fotowelt: Immer neue Apps, die dafür sorgen, dass (theoretisch) jeder Laie mit wenigen Klicks seine Fotos so bearbeiten kann, dass sie kaum noch von professionellen Ergebnissen unterscheidbar sind. Vorausgesetzt das Ausgangsmaterial ist brauchbar und der User weiß, welcher Klick auf welcher App zu welchem Ergebnis führt, denn auch Snapseed, affinityphoto und filterstorm wollen richtig gefüttert werden, sonst sehen am Schluss alle Ergebnisse gleich aus.

    Neue Gadgets und Techniken eröffnen Horizonte

    Gleichzeitig gesellen sich außer den Handys weitere neue Geräte auf den Markt, die der klassischen Kamera Konkurrenz machen. Actioncams wie die GoPro, die eine ganze neue Kategorie kreiert hat, Kamera-Drohnen oder Gimbal-Handhelds wie die OSMO drängen auf den Markt. Die 3D-Fotografie und die Panoramafotografie entwickeln sich ebenfalls weiter. Mit der Samsung Gear 360 und der Vuze 360 lassen sich Street Views für Google anfertigen, die es dem Betrachter möglich machen, eine Location regelrecht zu „erkunden“.

    Von Ultra-Teleobjektiv bis Drohne: Eine ausgewachsene Kameraausrüstung ist heute eine unübersichtliche Angelegenheit. Foto: Jakob Owens/Unsplash.

    Fazit: Das Bild ist der Schlüssel

    Unter dem Strich gilt also: Es verändert sich viel in der Fotowelt und zwar so rasant, dass man leicht den Überblick verlieren kann, welche App, welches Gadget, welche Bildbearbeitung gerade angesagt ist. Was bleibt, ist das Bild. Für Fotografen bleibt das höchste Ziel und der größte Wunsch, herausstechende Fotos zu produzieren, die sie mit der Welt teilen können. Das war vor vierzig Jahren so und wird immer so bleiben. Da heutzutage aber eine professionelle Ausrüstung allein nicht mehr so einen drastischen Vorsprung wie früher verleiht, sind es der fotografische Blick und das pure Bild, die heutzutage mehr denn je den Unterschied ausmachen.

    Autor: Sebastian Gruetz

     

    Sebastian Gruetz…

    …ist nicht weniger als der Gründer von artistravel und selbst ein begeisterter Künstler. Die Fotografie ist für ihn vor allem ein Mittel, magische Menschen und Momente festzuhalten, wenn er gerade keinen Skizzenblock dabeihat.

     

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    Hier steht das Bild im Fokus:

    Fantastische Bilderwelten!

    07.06.2020 - 13.06.2020 / Frank Burger / Prerow

    Erwarten Sie das Ungewöhnliche! Gehen Sie auf die Suche nach neuen Perspektiven, unerwarteten Augenblicken und genießen Sie die Schönheit des Moments. Dabei können Bilder entstehen, die vollkommen neue Sichtweisen präsentieren. – Zum Kurs!

     

    Der fotografische Blick. Bilder sehen und gestalten

    09.08.2020 - 15.08.2020 / Andreas Maria Schäfer / Prerow

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    Auf dem Stand der Zeit:

    Kreativ fotografieren mit dem Smartphone

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    Das Smartphone bietet viele Möglichkeiten wirklich gute Bilder einzufangen. In diesem Fotokurs lernen Sie, was ein gutes Bild ausmacht und wie Sie es mit Ihrem Smartphone einfangen können. Filter, Apps und Gadgets werden ebenso ein Thema sein wie HDR und Serien. – Zum Kurs!

     

    Bildbearbeitung einsetzen:

    Bilder, die Geschichten erzählen

    13.09.2020 - 19.09.2020 / Heide Eggermann / Südtirol

    Ein richtiges Schloss ist unser Domizil in Südtirol. Viele weitere Sehenswürdigkeiten sind in der nächsten Umgebung zu finden. In diesem Kurs werden wir mit unseren Bildern Geschichten nacherzählen und verlassene Orte zum Leben erwecken. – Zum Kurs!